Pegasus

Verein für kreatives Schreiben e.V.
 
 
 
     
 

Text des Monats Oktober 2011

(Für Inhalt und Auswahl sind die Autoren selbst verantwortlich)

Helmfried Protsch

Ad Astra

Willkommen auf Station.
Sie können die Helme abnehmen.
Wahrlich der blaue Planet ist einzigartig.
Nehmen Sie Platz am Weltraum-Teleskop –
Sie sehen –
Sterne kommen, Sterne gehen,
Anfang und Ende, Leben und Tod.
Dieser Nebel fünf Milliarden Sonnen
in Sternenstaub verklärt.

Froh wie seine Sonnen fliegen
durch des Himmels prächtigen Plan
laufet Brüder eure Bahn
freudig wie ein Held zu Siegen. (1)

Willkommen auf Station.
Ihr seid geistig-göttliche Wesen
verbunden mit der Urkraft des Universums.
Ihr, die ihr schauen konntet
Größe, Unendlichkeit, Schönheit, Reichtum,
die ihr träumtet eins zu sein, unendlich zu sein,
Teil zu sein, Mitte zu sein,
die ihr wagtet, zu glauben, zu versuchen,
zu empfangen, zu erreichen,
ihr, die ihr die Träume frei ließet,
die ihr des Geistes Möglichkeiten erkanntet,
die ihr des Glaubens Früchte erntet,
euch sind alle Wunder zuteil geworden.

Willkommen auf Station.
Alpha Centauri, Sirius, Aldebaran,
Beteigeuze, Algol, Kapella,
dazu Milliarden Sterne, namenlos, doch voller Licht.
Milliarden Jahre hinter dem Horizont der Zeit,
Milliarden Sonnen in des Raumes Unendlichkeit,
Milliarden Augen erkennen die Tiefe,
die Erhabenheit,
Milliarden Ohren lauschen in die Ewigkeit.
Ihr, die ihr die Sehnsucht tragt in euch,
die ihr das Unbekannte erforscht,
die ihr aus Dunkelheit zum Lichte strebt,
die ihr die unendlichen Weiten durchdringt,
ihr seid reich belohnt.

Willkommen auf Station.
Ihr habt gesehen der Sterne Leuchten,
habt den Sog der Unendlichkeit gespürt.
Ihr habt Entfernungen errechnet,
Sonden auf den Weg gebracht,
Schiffe in die Weiten entsandt.
Ihr habt die Zukunft auf die Probe gestellt.


© Helmfried Protsch 2006
Buch-Titel: Terra Inkognita
Untertitel: Hymne an den Kosmos
 
(1) Aus Schillers Ode an die Freude