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Pegasus
Verein für kreatives Schreiben e.V.
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Text des Monats August 2009
(Für Inhalt und
Auswahl sind die Autoren selbst verantwortlich)
Hubertus Wild
Fernweh
Es regnet nun schon eine ganze Zeit.
Von Sonne merkst du nichts, nicht eine Spur!
Der Trübsinn macht sich in der Seele breit,
denn nasse Schwermut atmen Wald und Flur.
Du kaufst ein Eis am Stiel, jetzt grad erst recht,
und holst die Badehose aus dem Schrank.
Du schimpfst auf Petrus, diesen Wetterknecht
und sagst bei 13 Grad schon "Gott sei Dank!"
Wenn's dich dann packt, dann gehst du aus dem Haus,
holst dir Prospekte über fernstes Land
und suchst dir Sonne, Meer und Rotwein aus,
träumst nachts von Badenixen dort am Strand.
Dann fährst du hin, wohin dein Wunsch dich lockt.
Doch dort verhüllt die Regenfront die Welt!
Was bleibt: als Stunden in der Bar verhockt.
Dabei versäufst du all dein Urlaubsgeld.
Im schweren Kopf keimt Sehnsucht nach daheim,
nach deinem Bett und einem lieben Wort.
Da sagt das Radio: München - Sonnenschein!
Doch du, du sitzt bei Dauerregen dort.
Zurück vom Urlaub ziehst du die Bilanz:
Gesicht käsweiß, im Hals tut's ziemlich weh,
am Schreibtisch Drecksarbeit, kein bisserl Glanz.
Leer ist der Kopf, so wie das Portemonnaie.
Wofür hast du geschuftet und gespart?
Für Urlaubsfreuden der besond'ren Art!
Doch dieses Jahr, das wird jetzt schon geschworen,
buchst deinen Urlaub du . . . auf den Azoren.
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